Schweizer Alpen-Club SAC
SAC Thurgau

30.4/1.5.2005 - Etzli / Piz Giuv


20Sek-Version:

Samstag: Oberalp -> Fuorcla da Crispalt -> Fuorcla Piz Nair -> Etzlihütte

Sonntag: Etzlihütte -> Piz Giuv -> Val Giuv

Das ganze bei strahlendem Sonnenschein

 

20Min-Insider-Version:

Hmm, hab ich ein Blaulicht auf dem Kopf? Oder hab ich einer Oma gerade die Handtasche geklaut? Nein, da würden wohl eher alle wegschauen als zu uns hin. Ach jetzt weiss ich's, ich laufe am 1. Mai bei 30°C mit Skiern auf dem Rücken über den Frauenfelder Bahnhofplatz. "Die spinnen die Römer", müssen sie denken. "Die haben keine Ahnung", denke ich. Was kann man schöneres machen, als bei diesen Temperaturen ein paar tausend Höhenmeter weiter oben im Schnee zu verbringen?

Nun, ein bisschen spinnen müssen die Vier um vier Uhr morgens am Samstag ja schon. Aber das lässt Oberspinner Thomas und Mitspinner Marco, Corina und Daniel ziemlich kalt. Auf direktem Weg fuhren wir auf den Oberalppass, schnallten unsere Skier auf und zogen los Richtung Fuorcla da Crispalt. Der Weg führte nicht nur über Schnee, auch mancher Grasfleck wurde unter die Latten genommen. Als alle Teilnehmer mitsamt ihren Sonnenbrillen und Skistöcken, einige sind gute hundert Meter gerutscht, schliesslich dort angekommen sind, wurde vom äusserst weisen Tourenleiter bestimmt, die Motivation der JOler zu bremsen und die Gipfelbesteigung abzusagen. Stattdessen wurde durch das schon vor 10 Uhr ziemlich Sonnenverwöhnt Couloir abgefahren, um anschliessend Richtung Fuorcla Piz Nair aufzusteigen und zur Hütte abzufahren. Als letztes Hinderniss bis zur Hütte war noch eine 10 Meter Grasrutschbahn zu bezwingen, einer versuchte es dreimal. Schlussendlich kamen aber alle überglücklich bei der Hütte an, mindestens einer ziemlich auf der Fresse (Anm. d. Red: Unanständige, aber einzig korrekte Beschreibung dieses Zustandes). Dort wurden wir schon vom "guterzogenen" Michi und seinen "Eltern" Fränzi und Rolf erwartet. Der Rest des Tages wurde dann noch die Gastfreundschaft von Rita und Christoph sowie der strahlende Sonnenschein genossen. Als dieser zu Ende ging, kam die Rega mit einem viel zu spät gestartetem, einsamem Schneeschuhläufer angeflogen (Leute gibts, die sollte es in den Bergen nicht geben).

Sonntags um halb sieben startete dann die ganze JO-SAC-Gruppe, um drei Stunden später, von der Sonne gebacken, auf dem Piz Giuv zu stehen. Ein Traumhang, ein paar weniger träumige und ein paar Grassflecken später waren dann alle noch vor dem Mittag in der definitiv schneefreien Zone Ausgangs des Val Giuvs angelangt. Dank durchorganisierter Tour oder doch eher Glück, stand dort Rolfs Auto und bald auch das von Thomas zur ziemlich heissen Heimfahrt bereit.

Dani